TEILPROJEKTE

TP 2.2

Titel:

Geschäftsmodelle und Kosten-Nutzen-Analyse

Wissenschaftliche Leitung:

Prof. Dr. Reiner Doluschitz

Beteiligte Institutionen:

Institut für Landwirtschaftliche Betriebslehre, Fachgebiet Agrarinformatik und Unternehmensführung, Universität Hohenheim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Berlin

Mitarbeiter:

M. Sc. Johanna Fick M.Sc. Johannes Otto M. Sc. Michael Roth

Ziel des Teilprojekts:

Entwicklung eines IT-Moduls Tiergesundheit; Erstellung einer Systematik für Lebensmittel und Einführung eindeutiger Betriebsnummern; Durchführung einer Kosten- Nutzen-Analyse für das Gesamtmodell.

Unterteilprojekte

TP 2.2.1: Vernetzung tiergesundheitsrelevanter Daten zu einem integrierten Tiergesundheitssystem (Leitung: Prof. Dr. Reiner Doluschitz. Bearbeiter: M.Sc. Johanna Fick)
TP 2.2.2: Datenflüsse und Kodiersysteme zwischen Lebensmittelwirtschaft und amtlicher Lebensmittelüberwachung (Leitung: Dr. Matthias Frost (BVL), Bearbeiter: M.Sc. Johannes Otto)
TP 2.2.3: Kosten-/Nutzenanalyse (Leitung: Prof. Dr. Reiner Doluschitz. Bearbeiter: M. Sc. Michael Roth)

Forschung:

2.2.1: Vernetzung tiergesundheitsrelevanter Daten zu einem integrierten Tiergesundheitssystem (M.Sc. Johanna Fick):
Das Forschungsvorhaben fokussiert insbesondere das Datenaufkommen und die Datenflüsse der Prozessteilnehmer Tierhalter, Tierärzte und Landeskontrollverband. Die bisher aufwendige Datenerfassung soll wesentlich vereinfacht werden. Bislang verteilte, lückenhafte und redundante Datensysteme der einzelnen Prozessteilnehmer in der Tierproduktion sollen in einem integrierten Tiergesundheitssystem zusammengeführt werden. Dadurch soll die Nutzung der bisher erfassten Daten zur Tiergesundheit optimiert werden. Verbunden mit der Konzeption von IT-Modellen sind Fragen nach Verantwortlichkeiten und Nutzungsrechte einer Zentralen Tiergesundheitsdatenbank.

2.2.2: Datenflüsse und Kodiersysteme zwischen Lebensmittelwirtschaft und amtlicher Lebensmittelüberwachung (M.Sc. Johannes Otto):
Die Lebensmittelwirtschaft ist durch die Verordnung (EG) Nr. 178/2002 dazu verpflichtet, die Rückverfolgung ihrer Produkte zu gewährleisten. Auf Anfrage und im Falle einer Krise müssen die Daten über Lieferanten und Abnehmer den Behörden zur Verfügung gestellt werden. Dies kann in der Regel bisher nicht reibungslos erfolgen, da die verwendeten Datensysteme völlig unterschiedlich und nicht kompatibel sind.
Unabhängig von der Sicherstellung der Rückverfolgbarkeit gibt es zunehmenden Bedarf, Daten mit Relevanz für die Lebensmittelsicherheit und den gesundheitlichen Verbraucherschutz zwischen der amtlichen Überwachung und den Wirtschaftsbeteiligten entlang der Lebensmittelkette auszutauschen. Auch dies ist derzeit nicht effektiv möglich. Bestehende Datenmanagementsysteme können aus Kostengründen meist nicht ersetzt werden, sondern müssen auch zukünftig ihre speziellen Funktionen erfüllen. Ein wesentlicher Grund für die Inkompatibilitäten sind uneinheitliche Kodiersysteme und Klassifikationen (z. B. für Tiere, Futtermittel, Lebensmittel, Betriebsarten).
Vorhabenziele:
Medienbrüche, die die reibungslose Übermittlung von Daten verhindern, sollen identifiziert und überwunden werden. Dazu sollen Softwarelösungen bereitgestellt werden, die den Austausch von Daten zwischen den an der Lebensmittelkette Beteiligten insbesondere auch mit Behörden ermöglichen bzw. erleichtern. Die Datenstrukturen und die Kodiersysteme, die in der Lebensmittelwirtschaft und in der Lebensmittelüberwachung verwendet werden, sollen in sinnvollem Umfang standardisiert werden.

2.2.3: Kosten-Nutzen-Analyse (M. Sc. Michael Roth):
Lebensmittelskandale haben in der Agrar- und Ernährungsindustrie zu Rückverfolgbarkeitslösungen unterschiedlichster Ausprägung geführt. Eine fundierte Wirtschaftlichkeitsanalyse im Forschungsvorhaben IT FoodTrace ist ex-ante nicht objektiv durchführbar, da die für die herkömmlichen Investitionsrechnungsverfahren vorausgesetzten Zahlungsströme nicht bekannt sind (momentan noch fehlendes Betreibermodell) und die Nutzenaspekte nur grob geschätzt werden können. Aussagen über die voraussichtliche Wirtschaftlichkeit und die Akzeptanz von IT-gestützten Qualitätssicherungs- und Rückverfolgbarkeitssystemen sind für deren Erfolg am Markt jedoch von großer Bedeutung. Empirische Aussagen über die Relevanz einzelner Kosten- bzw. Nutzenaspekte der Stakeholder von IT-basierten Qualitätssicherungs- und Rückverfolgbarkeitssystemen liegen bislang nicht vor. Ziel des Forschungsvorhabens ist daher die Identifizierung der relevanten Nutzen- und Kostenaspekte der Stakeholder von IT-basierten Qualitätssicherungs- und Rückverfolgbarkeitssystemen. Ein weiteres Ziel ist es, die Akzeptanz der potenziellen Nutzer einem solchen System gegenüber zu ermitteln. Anhand von Fallbeispielen sollen für die verschiedenen Stakeholdergruppen Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen bezüglich der Nutzung von IT-basierten Qualitätssicherungs- und Rückverfolgbarkeitssystemen durchgeführt werden.
Das Forschungsvorhaben wird mit Hilfe einer zweistufigen Delphi-Studie bearbeitet. Die Delphi-Methode ist gekennzeichnet durch eine (schriftliche) Befragung von geeigneten Experten über mehrere Runden. Den Experten wird vor jeder folgenden Befragungsrunde anonym mitgeteilt, welche Auffassung in der vorherigen Runde von den anderen Experten vertreten wurde. Die Befragungsrunden geben den Experten die Gelegenheit, ihre Meinung vor dem Hintergrund anderer Auffassungen zu reflektieren und/oder zu revidieren (Häder, 2002). Aufbauend auf einer Literaturauswertung und Expertengesprächen werden Thesen entwickelt, die einem Kreis von Experten entlang der Wertschöpfungskette Fleisch (von der Landwirtschaft über Behörden bis hin zum Verbraucher) zur Bewertung vorgelegt werden.

Veröffentlichungen:

Doluschitz, R., Brockhoff, K., Jungbluth, T. und Liepert, C. (2007): Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln tierischer Herkunft. In: Böttinger, S., Theuvsen, L. Rank, S. und Morgenstern, M. (Hrsg.): Agrarinformatik im Spannungsfeld zwischen Regionalisierung und globalen Wertschöpfungsketten. Referate der 27. GIL-Jahrestagung, 05.-07. März, Stuttgart. download

Fick, J. und Doluschitz, R. (2007): Vernetzung tiergesundheitsrelevanter Daten zu einem integrierten Tiergesundheitssystem. In: Böttinger, S., Theuvsen, L. Rank, S. und Morgenstern, M. (Hrsg.): Agrarinformatik im Spannungsfeld zwischen Regionalisierung und globalen Wertschöpfungsketten. Referate der 27. GIL-Jahrestagung, 05.-07. März, Stuttgart. download

Roth, M. (2007): Kosten-Nutzen-Analyse für Qualitätssicherungs- und Rückverfolgbarkeitssysteme in Wertschöpfungsketten tierischer Produkte. Schriften der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaues e.V., Bd. 43

Roth, M. und Doluschitz, R. (2007): Kosten-Nutzen-Analyse für Qualitätssicherungs- und Rückverfolgbarkeitssysteme in Wertschöpfungsketten tierischer Produkte. In: Böttinger, S., Theuvsen, L. Rank, S. und Morgenstern, M. (Hrsg.): Agrarinformatik im Spannungsfeld zwischen Regionalisierung und globalen Wertschöpfungsketten. Referate der 27. GIL-Jahrestagung, 05.-07. März, Stuttgart. download

Fick, J. und Doluschitz, R. (2007): Linking-up Animal Health Related Information to an Integrated Animal-Health System. EFITA-Tagung 5.-7. Juli 2007, Glasgow, Schottland. download

Roth, M. und Doluschitz, R. (2007): Cost-Benefit-Analysis of Quality- and Traceability Systems in Supply Chains of Animal Products. EFITA-Tagung 5.-7. Juli 2007, Glasgow, Schottland. download

Doluschitz, R., Brockhoff, K. Jungbluth, T. und Liepert, C. (2007): The Interdisciplinary Research Project IT FoodTrace - Introduction and Selcted Preliminary Results. EFITA-Tagung 5.-7. Juli 2007, Glasgow, Schottland. download

Fick, J. und R. Doluschitz (2007): Vernetzung tiergesundheitsrelevanter Daten zu einem integrierten Tiergesundheitssystem. In: Züchtungskunde 80 (1) S. 11-19.

Doluschitz, R. und B. Engler (2008): Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln tierischer Herkunft. In: eZAI (elektronische Zeitschrift für Agrarinformatik), Ausgabe 3/2008 www.eZAI.de

Otto, J., Frost, M. und R. Doluschitz (2008): Classification of Foods: Potential Contributions for Improved Inter-Organisational Data Exchange through Standardisation in Semantics. Posterpaper presented at the IAMO Forum 2008: Agri-Food Business: Global Challenges - Innovative Solutions, Halle.

Otto, J., Frost, M. und R. Doluschitz (2008): Ein Vergleich von Produkten und Rückverfolgbarkeitssystemen: Eine Studie über „Food“ und Blut. In: Journal für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Vol. 3 (3): 282-289.

Assoziierte Partner:

Landesverband Baden-Württemberg für Leistungsprüfungen in der Tierzucht e.V. Landestierärztekammer Baden-Württemberg Ulmer Fleisch GmbH Bundesverband praktischer Tierärzte e.V., Landesverband Baden-Württemberg (bpt)

AKTUELL

PM zur CeBIT 2009 3. - 8. März 2009
Abschlusssymposium 13. Mai 2009
weitere ...


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