TEILPROJEKTE

TP 1.3

Titel:

Hygiene und Lebensmittelsicherheit

Wissenschaftliche Leitung:

Prof. Dr. Reinhard Böhm, Universität Hohenheim Prof. Dr. Günter Klein, Tierärztliche Hochschule Hannover

Beteiligte Institutionen:

Institut für Umwelt- und Tierhygiene, Universität Hohenheim Institut für Lebensmittelqualität und –sicherheit, Tierärtzliche Hochschule Hannover

Mitarbeiter:

Dr.med.vet. Werner Philipp, Universität Hohenheim Muhammed Yilmaz, Universität Hohenheim Dr.med.vet. Ute Körner, Tierärztliche Hochschule Hannover

Ziel des Teilprojekts:

Auf den verschiedenen Produktionsebenen der Wertschöpfungskette soll analysiert werden, welche Maßnahmen der Gesundheitsüberwachung bei den Tieren, welche Hygienemaßnahmen und welche Verfahren zu deren Kontrolle auf allen Stufen der Produktion und des Inverkehrbringens tierischer Lebensmittel angewendet werden.

Forschung:


Teilvorhaben Universität Hohenheim, Institut für Umwelt- und Tierhygiene:
In Hohenheim liegt der Schwerpunkt des Projektes im Bereich Salmonellenmonitoring in der Primärproduktion. Es soll im Wesentlichen die Stufe der Schweinemast in den Untersuchungen berücksichtigt werden. Als mögliche Eintragsquellen von Salmonellen in den Schweinebestand von außen sind zunächst Schweine und Futtermittel anzusehen, wobei andere lebende und tote Vektoren (Schadnager, Vögel sowie Tränkwasser und Staub etc.) nicht zu unterschlagen sind.
Die bisher beschriebenen Methoden für den Nachweis von Salmonellen in Futtermitteln und Schweinekot werden gesammelt. Danach findet ein Vergleich ausgewählter Methoden im Labor statt und anschließend eine Validierung unter Praxisbedingungen.
Die entwickelten Methoden sollen zu einer Verbesserung der Untersuchungsmethodik von Futtermitteln und Tierkot führen um eine Salmonellenkontaminationen zu erkennen und rechtzeitig effiziente Bekämpfungsstrategien einleiten zu können.
Es sollen außerdem ausgewählte Methoden zur Verifizierung der Einhaltung der Betriebshygiene im Schweinemastbetrieb laborexperimentell verglichen und anschließend in der Praxis validiert werden.
Dabei wird ein HACCP-Konzept für die Betriebshygiene entwickelt.
Dies ermöglicht dem Landwirt in der Praxis eine effiziente Überwachung seiner Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen (R+D), und ist somit die Basis eines erfolgreichen HACCP-Konzeptes in Bezug auf die Salmonellenbekämpfung im landwirtschaftlichen Betrieb.
Auch die adäquate Bekämpfung von Schadnagern und Arthropoden wird mit einbezogen.

Des Weiteren wird in Hohenheim - in Anlehnung an das Salmonellenmonitoring - ein Monitoring für EHEC in Rinderbeständen entwickelt werden.


Teilvorhaben Tierärztliche Hochschule Hannover, Institut für Lebensmittelqualität und – sicherheit:
Das Institut für Lebensmittelqualität und –sicherheit der Tierärztlichen Hochschule Hannover untersucht Puten bzw. Putenfleisch auf das Vorkommen von Campylobacter spp.
Es handelt sich dabei um einen Keim, der beim Menschen schwere Durchfälle verursachen kann. Die Infektion erfolgt überwiegend über die Nahrung und tritt in den Sommermonaten gehäuft auf. Im Mittelpunkt der Infektionsquellen stehen Rohmilch sowie Geflügelprodukte; nicht ausreichende Garzeiten begünstigen die Infektion. Im Jahr 2005 waren die Campylobacter-Enteritiden noch vor den Salmonellen die häufigsten mit Lebensmitteln assoziierten bakteriellen Erkrankungen.
Beim Geflügel ist dieser Keim häufig im Darm zu finden, ohne dass die Tiere klinisch erkranken.
Die mikrobiologischen Untersuchungen im Rahmen des Projektes erstrecken sich auf die Untersuchung von lebenden Puten ebenso wie auf die begleitende Untersuchung während des Schlachtprozesses bis zum Endprodukt. Besondere Beachtung findet hier die Frage, ob es zur Belastung des Fleisches mit Campylobacter während des Schlachtens und der Zerlegung kommt.
Ziel der Studie ist es nach einer umfangreichen Aufnahme des Ist-Zustandes Möglichkeiten der Bekämpfung zu entwickeln. So genannte HACCP-Konzepte führen dazu, biologische Risiken (wie hier den Keim Campylobacter) einschätzen und beherrschen zu können.
In einer weiteren Studie werden wiederum am Beispiel der Puten Geflügelproben auf das Antibiotikum Tetracyclin untersucht. Tetracyclin gehört zu den so genannten Breitbandantibiotika und wird beim Menschen wegen einer schlechten Resistenzlage nicht mehr eingesetzt. In der Fleischproduktion findet es aber noch großflächig bei einer Vielzahl von Indikationen Anwendung. Die Substanz wird teilweise in den Knochen eingebaut und ist dort über eine lange Zeit nachweisbar. Bei den Untersuchungen werden die Befunde aus den Knochen mit denen aus Muskelproben verglichen werden um darzustellen, ob gegebenenfalls eine Gefährdung des Menschen durch den Verzehr des Fleisches zu befürchten ist.

Veröffentlichungen:

2008

Reich, F.; Atanassova, V.; Haunhorst, E.; Klein, G.(2008) : The effects of Campylobacter numbers in caeca on the contamination of broiler carcasses with Campylobacter. In: International journal of food microbiology 127/1-2. S. 116-120.

2007

Atanassova, V.; Reich, F.; Beckmann, L.; Klein, G. (2007): Prevalence of Campylobacter spp. in turkey meat from a slaughterhouse and in turkey meat retail products. In: FEMS immunology and microbiology 49, 1 (2007) 141-145. ISSN 1574-695X

Klein, G., Reich, F., Peters, U., Al-Masri, A. N., Upmann, M., Langen, M., Atanassova, V. (2007): Detektive im Schachthof: Auf der Spur von Campylobacter. In: Forschung fürs Leben 2006 (2007) 15-18. ISSN 0947-0956

Langen, M., Peters, U., Upmann, M., Klein, G. (2007): Genotypisierung von Campylobacter spp. in der Lebensmittelkette. In: Rundschau für Fleischhygiene und Lebensmittelüberwachung 58, 9 (2007) 354-355. ISSN 0178-2010

Reich, F.; Atanassova, V.; Haunhorst, E.; Klein, G.(2008) : The effects of Campylobacter numbers in caeca on the contamination of broiler carcasses with Campylobacter. In: International journal of food microbiology 127/1-2. S. 116-120.

Assoziierte Partner:

Tierärztliche Hochschule Hannover: Partner aus der Geflügelwirtschaft

AKTUELL

PM zur CeBIT 2009 3. - 8. März 2009
Abschlusssymposium 13. Mai 2009
weitere ...


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